Schülerinnen drehen Video für Landkreis

Foto: Arndt Pröhl

Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen, und der Lenggrieser Markus Ertl, Inklusionsbeauftragter der Interessenvertretung „Selbstbestimmt Leben in Deutschland“,  wollten mit einem Video zum Europäischen Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai auf die Problematik der Nutzung von Behindertenparkplätzen durch Menschen ohne Behinderung hinweisen. Die beiden wandten sich an unsere Schule, fragten, ob wir das Projekt unterstützen.

Wir wollten und wollen dieses gute und sinnvolle Projekt unterstützen.

In Kooperation mit dem P-Seminar „blind leben“ und dem Fotokurs unseres Gymnasiums drehten wir deshalb am Freitag, dem 29.04. 2022, ein Video, in welchem zum „Fair Parken“ aufgerufen wird. Idee: Herr Seifert. Drehbuch: Herr Ertl. An der Kamera: Herr Becker. Schauspielerinnen: Sarah Amodio, Corinna Konrad und Veronika Meder. Schnitt: Ela Nas. Alle Mädchen aus der Q11.

Das Video wurde am 11.05.2022 präsentiert. Vor dem Rathaus von Bad Tölz. Nach der Eröffnungsrede von Herrn Seifert kamen Vertreter der Kommunalpolitik zu Wort, u.a. Herr Niedermaier, Landrat des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen, Dr. Ingo Mehner, Bürgermeister von Bad Tölz, und auch Stefan Klaffenbacher, der Lenggrieser Bürgermeister. Diese Politiker zeigten durch ihre Teilnahme und ihre Grußworte, dass die Politik verstanden hat. Dass die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung tatsächlich ohne Alternative ist.

Unser Video ist zwischenzeitlich auf dem Youtube-Kanal des „Arbeitskreises Menschen mit Behinderung im Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen“ eingestellt:

https://www.youtube.com/channel/UCUxD27EtSwyTn7WwSI4y0Ew

Der Tölzer Kurier brachte einen empfehlenswerten Artikel zum Videodreh:

http://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/bad-toelz-ort28297/behinderten-parkplaetze-im-toelzer-land-film-wirbt-fuer-ruecksichtnahme-91519115.html

(Christian Martino)

 

Vocatium in München: „Gespräche waren super“

Was tun nach dem Abi? Die Schülerinnen unserer Q11 haben dazu jetzt die Fachmesse Vocatium in München besucht. Dort konnten sie sich gezielt über ihre Traumberufe, Studiengänge und Auslandsjahre informieren. Jede Schülerin hatte die Möglichkeit, mehrere, exklusive Einzelinterviews mit bestimmten Ausstellern zu führen.

Informiert haben sich unsere Schülerinnen dabei in den unterschiedlichsten Fachbereichen. Gefragt waren zum Beispiel: Mediendesign, die Polizeilaufbahn, Medizin oder Psychologie. Aber auch Luft- und Raumfahrttechnik, eine Ausbildung zur Schiffsmechanikerin, Arbeit beim Film oder im Modejournalismus.

Jobs wurden auf dieser Info-Messe natürlich noch nicht vergeben. Dennoch freute sich die begleitende Lehrkraft Angelika Lutz darüber, dass unsere Schülerinnen im Gegensatz zu anderen Gruppen „positiv aufgefallen“ sind; und zwar „sowohl optisch (keine zerbeulte Jeans und Labberpulli) als auch im Gespräch mit den Unternehmen“.

Die Schülerinnen selbst waren dagegen von der Fülle der Angebote und der guten Auswahl begeistert. „Die Einzelgespräche waren richtig super“, sagte eine hinterher. „Es war für jeden etwas dabei.“

(Luz/Gam)

Minister zeichnet Tamara Höcherl als Grünen Engel aus

Aus der Hand des Bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber hat unsere Lehrkraft Tamara Höcherl bereits Ende Juli die Auszeichnung „Grüner Engel“ erhalten. Damit ehrt das Staatsministerium „vorbildliche Leistungen und langjähriges, nachhaltiges, ehrenamtliches Engagement im Umweltbereich“.

Frau Höcherl erhielt die Auszeichnung vor allem dafür, dass sie mit dem Ökologischen Fußabdruck in Königsdorf ein „wahres Kleinod unter den bayerischen Umweltbildungsstätten“ geschaffen habe. Aber sie werde, wie der Minister betonte, nicht nur dafür geehrt. Glauber lobte zugleich ihren „enormen Einsatz“ und „die vielen Arbeitsstunden“. „Was Sie auf die Beine gestellt haben, ist einfach nur spitze!“

Die Laudatio im Wortlaut:

Liebe Frau Höcherl: Heute gibt es für das St.-Ursula-Gymnasium Schloss Hohenburg sozusagen einen Grünen „Gemeinschaftsengel“!

Denn Sie haben zusammen mit Ihren Schülerinnen in einer großartigen gemeinsamen Leistung eine außergewöhnliche Umweltbildungsstätte geschaffen: den begehbaren ökologischen Fußabdruck in der Jugendbildungsstätte Königsdorf!

„Der ökologische Fußabdruck der Menschen in den Industrieländern ist zu groß“. Das ist schnell gesagt.

Aber was geht es mich persönlich an? Diese Frage beantworteten Sie höchst anschaulich und informativ mit dem begehbaren Fußabdruck. Etwa, was unsere Ernährungsgewohnheiten mit dem Klimawandel zu tun haben. Wo wir in heute ökologischen Sackgassen stecken und wo es Wege hinaus gibt.

Damit haben Sie ein wahres Kleinod unter den bayerischen Umweltbildungsstätten geschaffen. Doch Sie werden nicht nur dafür geehrt. Sie werden auch ausgezeichnet für Ihren enormen Einsatz. Für die vielen Arbeitsstunden, die engagierte Geldbeschaffung, die tollen Gestaltungsideen. Was Sie auf die Beine gestellt haben, ist einfach nur spitze. Der Grüne Engel sagt: großen Respekt! Und ein noch größeres Dankeschön!

(Gam)

Elisabeth Karmann gewinnt bei Chemie-Olympiade

Elisabeth Karmann (10b) hat sich dieses Jahr an den Landeswettbewerb „Chemie – die stimmt!“ gewagt und in der ersten Runde schon so gut abgeschnitten, dass sie im März die zweite Runde bestreiten durfte. Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnungen fand diese in Form einer 2,5-stündigen Klausur statt, die sogar zum Teil weit über die Inhalte des Chemieunterrichts einer 12. Klasse hinausgeht! 

Zur großen Freude hat es Elisabeth in der zweiten Runde unter die besten sechs Schülerinnen ihrer Jahrgangsstufe geschafft und qualifiziert sich mit ihrem Ergebnis zusätzlich für die 3. Runde. Diese findet als viertätige Präsenzveranstaltung vom 21. bis 24. Juni in Darmstadt statt. 

Wir drücken die Daumen und gratulieren ganz herzlich zu den bereits erreichten Erfolgen!

(Hol)

Julia Cortis liest aus Werken ukrainischer Autorin

Am 6. April las Frau Julia Cortis am St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries aus Werken von Yevgenia Belorusets, einer ukrainischen Autorin und Bloggerin. Die Texte stammten aus dem Blog „Tagebuch aus Kiew“ (Spiegel Online) und dem Erzählband „Glückliche Fälle“.

Nach einem kurzen politisch-historischen Überblick von der Auflösung der UdSSR über die Unabhängigkeit der Ukraine im Jahre 1991 zum Euro-Maidan, der Annexion der Krim und der Gründung der sog. Volksrepubliken Lugansk und Donezk im Jahre 2014 begann die Lesung mit einem Tagebucheintrag vom 24.02.2022. Aus Kiew. Am Morgen. Der Anrufbeantworter voller Nachrichten. Als das „absolut Unmögliche“ Realität wurde. Als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten. Krieg. Die leeren Straßen und Plätze in der ukrainischen Hauptstadt. Eine Stille, wie es sie nie zuvor gab.

Doch auch der nächste Eintrag vom 25.02.2022 ließ die Zuhörerinnen, die Schülerinnen der neunten Klassen, gebannt zuhören. Julia Cortis las weiter aus dem Tagebuch. Die Sirenen heulten, vor den Lebensmittelgeschäften lange Schlangen. Und trotzdem eine gespannte Ruhe in der Stadt.

Frau Cortis machte deutlich, dass der Krieg aber nicht erst im Februar 2022 begann, sondern bereits acht Jahre zuvor. Mit der Annexion der Krim und der Schaffung der sog. Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ostukraine. Deutlich machte dies die Vortragende etwa anhand einer Erzählung von Yevgenia Belorusets. In einem literarischen Portrait einer Floristin, die in ihrem Blumengeschäft in der Ostukraine lebt, in einer wundervollen Welt von Blumen und Gestecken, für die sich die Floristin voller Freude und Hingabe stets neue und zauberhafte Namen ausdenkt. Plötzlich, im Jahre 2014, ist die Floristin weg. Im Blumengeschäft sind die Blumen verschwunden, aus dem Geschäft ist ein Lager voll mit politischem Agitationsmaterial geworden.

Julia Cortis, die beim Bayerischen Rundfunk regelmäßig als Nachrichtensprecherin arbeitet, las nicht nur, sie erklärte den Schülerinnen auch. So zeigte sie auf, wie schwierig es für die vielen Ukrainer, die als Muttersprache Russisch im Alltag verwenden, ist, weiter die Sprache der russischen Usurpatoren zu sprechen. Auch der Wunsch von Ukrainern, nun nicht mehr die russischen Bezeichnungen für Städte zu verwenden, wurde gut erläutert. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man etwa „Charkow“ (russisch) oder „Charkiv“ (ukrainisch) sagt.

Christian Martino

 

Die Schlosswepsen am Tag der offenen Tür

Bei herrlichem Wetter konnten wir am Samstag endlich wieder einen Tag der offenen Tür veranstalten. Unsere Schülerinnen, die „Schlosswepsen“, hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. Jede Klasse gestaltete eine Attraktion, es gab zahlreiche kunstvolle Vorführungen und musikalische Darbietungen zu bestaunen. Im sonnigen Innenhof traf man ehemalige Schülerinnen und die zahlreich erschienenen Eltern und Geschwister. Auch Viertklässlerinnen erkundeten das Gelände und nahmen interessiert an den Schlossführungen teil. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja im Herbst wieder – als neue Schülerinnen? Wir würden uns freuen!

Übrigens: Auf dem Bild haben sich zwei „Schlosswepsen“ versteckt – wer findet sie?

Achtklässlerin fragt Bürgermeister nach Gehalt

Am 8. März 2022 besuchte der Lenggrieser Bürgermeister Stefan Klaffenbacher unser Gymnasium. In einem Vortrag mit anschließender Fragerunde sprach der Bürgermeister mit den Schülerinnen der Klassen 8a und 8b in der Aula über Grundzüge der Kommunalpolitik am Beispiel des Luftkurorts Lenggries.

Mit großem Interesse verfolgten die Mädchen den Vortrag, durch den sie viele neue Informationen über die Politik vor Ort und die Gemeinde Lenggries erhielten. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Darstellung der Aufgaben eines Bürgermeisters in Verwaltung und auch Gemeinderat.

Fragen der Schülerinnen beantwortete Herr Klaffenbacher selbstverständlich und gerne. Nun wissen die Mädchen beispielsweise genau, wie viel der hauptamtliche Bürgermeister der flächenmäßig größten kreisangehörigen Gemeinde Bayerns verdient und wie er als gelernter Handwerker zur Politik kam, und verstehen zudem, dass ein Engagement in der Kommunalpolitik vielseitig und nachhaltig sein kann. 

Schülerinnen schwärmen aus zum Winterwandertag

Am unsinnigen Donnerstag nahm sich die Schulgemeinschaft eine kleine Pause und genoss beim traditionellen Winterwandertag einen herrlichen Spätwinter-Sonnentag im Freien.

Beste Pistenverhältnisse meldete etwa Frau Budich, die mit ihrer 9. Klasse auf dem Brauneck unterwegs war. Andere Klassen hatten sich fürs Eislaufen in Holzkirchen, eine Schlittenfahrt in Wegscheid oder eine Stadtralley durch Lenggries entschieden.

Live aus Vancouver: Florian Gassner im Videochat

Florian Gassner ist seit langem Professor an der University of British Columbia im kanadischen Vancouver. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die deutschsprachige Literatur Mittel- und Osteuropas. In dieser hatten jüdische Autorinnen und Autoren eine wichtige Rolle. Somit gerät er beruflich mit Antisemitismus und auch der Shoah immer wieder thematisch in Berührung.

Herr Gassner kommt ursprünglich aus Deisenhofen, beobachtete bereits in seinen jungen Jahren, dass antisemitische Einstellungen und Vorurteile noch immer in der Region vorhanden sind. Und verstand schon früh, dass er etwas dagegen tun muss. 

So arbeitete sich der Oberbayer in das Thema „Antisemitismus“ gründlich ein und nützt seine Heimaturlaube in den Semesterferien bei seiner Familie, um Vorträge dazu an Schulen zu halten. 

Das Erzbischöfliche St. Ursula Gymnasium hatte mit Herrn Gassner schon vor einiger Zeit einen Termin vereinbart. Dann kam Corona und der Termin und auch die Ausweichtermine mussten verschoben werden. 

Am Freitag, dem 14. 01.2022, klappte es doch. Online. Herr Gassner saß in Vancouver kurz vor Mitternacht an seinem Schreibtisch (Zeitverschiebung), die Mädchen der Klasse 10b saßen im Klassenzimmer. Um 8.45 Uhr (Lenggrieser Zeit) begann die einstündige Videokonferenz mit dem Thema:  „Wie funktioniert Antisemitismus? – Von den Protokollen der Weisen von Zion bis zur Corona-Pandemie“.

Eingeleitet wurde der Vortrag mit Fotos und Hinweisen, die belegen, wie rund um die aktuelle Diskussion um Corona antisemitische Narrative und Zerrbilder verstärkt bedient werden. Auch im Kontext der Aufnahme von Geflüchteten hört man übrigens immer wieder in Verschwörungstheorien Äußerungen, die deutlich antisemitisch konnotiert sind.

Der Referent belegte anhand von Studien, dass sich gut ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung offen für Verschwörungstheorien zeigt. Und wie immer rankt die Vorstellung einer jüdischen Weltverschwörung dabei an erster Stelle.

Im Zentrum des Vortrags stand dann die Bedeutung des Machwerks „Die Protokolle der Weisen von Zion“ für den Antisemitismus. Herr Gassner entlarvte die „Protokolle“ als Fälschung von Antisemiten, erklärte auch: „Der Erfolg antisemitischer Verschwörungstheorien begründet sich in einer einfachen Formel. Seit dem 19. Jahrhundert dienen sie dazu, die Zumutungen der Moderne auf trügerisch einfache Weise zu erklären. Hochkomplexe Vorgänge – allem voran die Evolution der modernen Kapitalwirtschaft – werden auf den Kopf gestellt, um einen Schuldigen für die Erschütterung der Gesellschaftsordnung zu finden. So erscheint der Kapitalismus nicht als notwendige Innovation, um die aufgrund medizinischer Fortschritte exponentiell anwachsende Weltbevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen. Der Antisemit präsentiert stattdessen die unglaubliche (aber angenehm simple) Mär einer sozialen Randgruppe, die den Kapitalismus erfand, um den Rest der Welt aus einem landwirtschaftlichen Paradies zu verstoßen.“ 

Abschließend erklärte der Referent schlüssig, dass im 20. Jahrhundert die Nationalsozialisten unter Umkehrung der (historischen) Vorzeichen zudem das Schreckensbild des „jüdischen Bolschewismus“ entwickelten, um das Volk aufzuwiegeln.

Herr Gassner beendete seinen Vortrag mit folgenden Worten:  „Solche Zusammenhänge gilt es den jungen Menschen zu vermitteln, damit sie den Antisemitismus nicht nur ablehnen, sondern ihm auch beherzt und gut informiert entgegenzutreten können.“ 

Der Referent formulierte fachlich präzise und doch für Jugendliche sehr gut verständlich. Fragen der Schülerinnen beantwortete er gerne und ebenfalls verständlich. Hellwach und kompetent – selbst kurz vor Mitternacht.

(Christian Martino)